BAföG – Antrag stellen lohnt sich!

Studierende mit deutscher Staatsangehörigkeit haben grundsätzlich einen Rechtsanspruch auf BAföG, soweit die übrigen Fördervoraussetzungen vorliegen. In Abhängigkeit von Ihrem Aufenthaltsrecht können auch ausländische Studierende Ausbildungsförderung erhalten.

BAföG wird zur Hälfte als staatlicher Zuschuss und zur anderen Hälfte als zinsloser Kredit, der unter sehr günstigen Konditionen zurückgezahlt werden kann, gewährt. Eine Förderung kann nur ab dem Antragsmonat (frühestens natürlich mit Beginn des Studiums) erfolgen. Fehlende Unterlagen können später nachgereicht werden. Stellen Sie deshalb Ihren Antrag bitte möglichst frühzeitig – am einfachsten direkt hier online!

Den Antrag auf BAföG zu stellen, lohnt sich daher immer; selbst dann, wenn die Höchstförderung von derzeit 853,00 EUR im Monat nicht zu erreichen ist. Unsere Mitarbeiter sind nicht nur bei der Antragstellung gern behilflich sondern sie beraten auch rund um alle Fragen der Studienfinanzierung.

 

Mehr BAföG zum Wintersemester 2019/20!

1. Neue Bedarfssätze

Bedarf / Pauschale für Studierende WS 2016/17 WS 2019/20 WS 2020/21
Grundbedarf 399 € 419 € 427 €
Wohnpauschale / bei den Eltern 250 € / 52 € 325 € / 55 €
Zuschlag für KV/PV (bei eigener Versicherung) 86 € 109 € (Ü30: 189 €)
„BAföG-Höchstsatz“ 735 € 853 € 861 €

2. Umstellung der Darlehensförderung für weitere Ausbildungen

Die Reform hat auch positive Veränderungen bei der Förderung einer weiteren (einer zweiten) Ausbildung mit sich gebracht. So wurde im §17 BAföG die Förderart Bankdarlehen für Ausbildungen, die nach §7 Abs.2 Nr.2 und 3 BAföG gefördert werden, abgeschafft. Konkret bedeutet dies, dass viele ehemalige und noch aktiv geförderte Studenten ab dem WS 2019/2020 nicht mehr per Bankdarlehen, sondern mit normaler Förderung per Zuschuss/Darlehen unterstützt werden können.

In welchen Konstellationen tritt dies beispielsweise auf?

  • Der Diplom- oder Magisterabsolvent (§7 Abs.1 BAföG) der seinen Studienabschluss mit einem Masterabschluss in derselben Fachrichtung aufwerten möchte oder aus seinem Beruf in den Lehrdienst wechseln möchte und nun im Lehramtsstudium (z.B. für Berufsschulen) in den Master eingeschrieben wird.
  • Die gelernte Erzieherin (mit Realschulabschluss und Sozialassistent/Kinderpfleger- und Erzieherausbildung) die ein Studium der Sozialen Arbeit oder der angewandten Kindheitswissenschaften beginnen möchte (Förderung nach §7 Abs.2 Nr.3 BAföG).

3. Der BAföG Darlehensanteil

Das BAföG Darlehen ist, bezogen auf das BAföG in der Regelstudienzeit, bei 10.000 € gedeckelt. Die Rückzahlung erfolgt mindestens mit einer Rate von 130 € im Monat. Damit sind zukünftig dann bis zu 77 Raten zu zahlen. Bei niedrigem oder keinem Einkommen kann man für Zeiträume ganz befreit werden, allerdings schiebt dies die offenen Rückzahlungsraten entsprechend nach hinten.

4. Die Hilfe zum Studienabschluss – Förderung nach der Regelstudienzeit günstiger und schneller!

Bei der Hilfe zum Studienabschluss werden wir zukünftig als Amt vor Ort die Förderung des Studiums mit einem zinslosen Staatsdarlehen, ohne Beteiligung der KfW Bank weiterführen. Damit fällt nicht nur die Verzinsung weg, sondern die Umstellung der Förderung und Weiterzahlung funktioniert schneller als früher.

5. Erhöhung des Vermögensfreibetrages

Ab dem Wintersemester 2020/2021 wird der Vermögensfreibetrag von 7.500 auf 8.200 Euro angehoben. Für Kinder und Partner wird der Freibetrag von 2.100 Euro auf 2.300 Euro erhöht.

6. Erhöhung der Freibeträge bei Elterneinkommen

  heute WS 2019/20 WS 2020/21 WS 2021/22
Eltern (verheiratet) 1.715 € 1.835 € 1.890 € 2.000 €
Elternteil / Ehegatte 1.145 € 1.225 € 1.260 € 1.330 €
für neu angeheirateten Ehegatten eines leiblichen Elternteils 570 € 610 € 630 € 665 €
für Kinder 520 € 555 € 570 € 605 €

7.  Neuer Grund für die Verlängerung der Förderung nach Ablauf der Regelstudienzeit (§15 Abs.3 BAföG)

Studierende, die nahstehende Familienmitglieder pflegen, erhalten eine BAföG-Verlängerung wenn die gepflegten Personen den „Pflegegrad 3“ aufweisen.