- Deutsches Studentenwerk (DSW) begrüßt nationales Stipendienprogramm, sieht aber konzeptionelle Schwächen
- DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde: „Programm zielt vorrangig auf die Hochschulen, nachrangig auf die Studierenden“
- „Programm mobilisiert kaum Studienberechtigte aus einkommensschwächeren Familien“
- Heute Anhörung im Bundestagsausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung
Das Deutsche Studentenwerk (DSW) begrüßt bei der heutigen Anhörung des Bundestagsausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung das geplante nationale Stipendienprogramm der Bundesregierung zwar grundsätzlich, hält es aber für keinen wirklichen Ausbau der Studienfinanzierung.
„Der Gesetzentwurf der Bundesregierung zielt vorrangig auf eine Förderung der Hochschulen“, erklärt DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde. „Sie sollen leistungsstarke Studierende gewinnen und an sich binden können.“
„Dass die Hochschulen über das Programm zusätzliche Mittel erhalten, um leistungsstarke Studierende zu gewinnen, ist überhaupt nichts Schlechtes“, betont Meyer auf der Heyde, „nur soll der Gesetzgeber dann Ross und Reiter nennen.“
Meyer auf der Heyde ist überzeugt: „Als breit angelegtes Instrument der Studienfinanzierung und als Mittel, um mehr Studierende aus bildungsfernen, einkommensschwächeren Haushalten zu mobilisieren, taugt das nationale Stipendienprogramm kaum.“ Zum einen würden keine sozialen Kriterien zur Auswahl der Stipendiaten vorgegeben, zum anderen begünstige eine Auswahl der Stipendiaten ausschließlich nach überdurchschnittlicher Leistung überproportional häufig Studierende aus hochschulnahen, einkommensstarken Familien. Dies habe eine Untersuchung des Hochschul-Informations-Systems schon bei den Stipendien der Begabtenförderungswerke gezeigt.
„Wessen Studienfinanzierung ungesichert ist und wer dauernd jobben muss, um sein Studium zu finanzieren, wird kaum die erforderlichen überdurchschnittlichen Leistungen erbringen können“, so Meyer auf der Heyde weiter. „Diesen Teufelskreis wird das nationale Stipendienprogramm in der vorgelegten Ausgestaltung nicht durchbrechen“, sagt er.
Nach der jüngsten DSW-Sozialerhebung zur wirtschaftlichen und sozialen Lage der Studierenden erhalten derzeit 3% ein Stipendium. Im Durchschnitt beträgt es 305 Euro im Monat.